Kanzleien dokumentieren viel: Mandantengespräche, Verhandlungen, interne Besprechungen – alles muss rechtssicher festgehalten werden. KI-Transkription kann hier enorme Zeitersparnis bringen. Aber dürfen Anwälte das überhaupt nutzen?

Die kurze Antwort: Ja – wenn die richtigen Vorkehrungen getroffen werden.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Anwälte haben besondere Anforderungen: Mandantengeheimnis, Berufsregeln, Dokumentationspflichten
  2. KI-Transkription ist rechtlich möglich, wenn Datenschutz und Einwilligung stimmen
  3. US-Cloud-Dienste sind problematisch – Schweizer Hosting erleichtert Compliance
  4. Zeitersparnis pro Mandantengespräch: 30–60 Minuten
  5. Meeting Metrics bietet Schweizer Datenhoheit und On-Premise-Lösungen für höchste Anforderungen

Das Dilemma

Anwälte verbringen viel Zeit mit Dokumentation:

  1. Mandantengespräche protokollieren
  2. Verhandlungen zusammenfassen
  3. Aktennotizen erstellen
  4. Besprechungen mit Kollegen festhalten

Das kostet wertvolle Zeit – entweder unbezahlte Zeit oder Kosten, die Mandanten tragen müssen. KI-Transkription könnte helfen – doch Bedenken bestehen:

  1. Was ist mit dem Mandantengeheimnis?
  2. Wo landen die Daten?
  3. Ist das überhaupt erlaubt?

Rechtliche Grundlagen

Mandantengeheimnis (Art. 13 BGFA)

Das Berufsgeheimnis ist absolut. Mandanteninformationen dürfen nicht an Dritte gelangen. Bei KI-Transkription stellt sich die Frage: Ist der Anbieter ein „Dritter“?

  1. Cloud-Dienst mit Zugriff des Anbieters: problematisch
  2. Auftragsverarbeitung mit Vertrag: zulässig
  3. Lokale Verarbeitung ohne externe Datenübertragung: unproblematisch

Einwilligung der Gesprächspartner

Vor jeder Aufnahme ist die Zustimmung aller Beteiligten erforderlich. Praxis: Zu Beginn des Gesprächs informieren und die Einwilligung dokumentieren.

Datenschutz (DSG/DSGVO)

Transkriptionen enthalten personenbezogene Daten. Du brauchst:

  1. Rechtsgrundlage (Einwilligung oder berechtigtes Interesse)
  2. Technische und organisatorische Massnahmen
  3. Zusätzliche Schutzklauseln bei Drittlandsübermittlung

Warum US-Cloud-Dienste problematisch sind

Viele KI-Transkriptions-Tools stammen aus den USA (z. B. Fireflies, Rev, Descript). Für Anwälte ergeben sich daraus Risiken:

  1. US CLOUD Act: Behörden können Zugriff auf Daten verlangen, auch wenn Server in Europa stehen – problematisch für das Mandantengeheimnis
  2. Kein angemessenes Datenschutzniveau: USA gelten als unsicheres Drittland
  3. Nutzung für KI-Training: Mandantendaten könnten für Modellverbesserungen genutzt werden – ein No-Go

Die Schweizer Lösung

Schweizer Hosting löst viele dieser Probleme:

  1. Schweizer Datenschutzgesetz gilt
  2. Kein Zugriff durch US-Behörden
  3. Angemessenes Datenschutzniveau aus EU-Sicht
  4. Auftragsverarbeitungsvertrag nach Schweizer Recht

Was Meeting Metrics bietet

  1. Schweizer Datenhoheit: Alle Daten werden in der Schweiz verarbeitet und gespeichert
  2. Keine Nutzung für KI-Training: Mandantendaten bleiben Mandantendaten
  3. Auftragsverarbeitungsvertrag: Standard-AVV verfügbar, auf Wunsch an Kanzlei angepasst
  4. Enterprise On-Premise: Verarbeitung kann komplett auf eigener Infrastruktur erfolgen – keine externen API-Calls

Praktische Umsetzung

Schritt 1: Einwilligung einholen

Zu Beginn jedes Gesprächs:

"Ich möchte unser Gespräch aufnehmen und transkribieren, um ein genaues Protokoll zu erstellen. Die Aufnahme wird auf Schweizer Servern verarbeitet und nur für die Mandatsarbeit genutzt. Ist das in Ordnung?"

Dokumentiere die Zustimmung in der Akte.

Schritt 2: Aufnahme starten

Mit der Meeting Metrics Desktop-App:

  1. Video-Calls: App läuft im Hintergrund
  2. Vor-Ort-Gespräche: Externe Aufnahme oder Smartphone-App (bald verfügbar)

Schritt 3: Transkription prüfen

  1. Vollständiges Transkript mit Sprechererkennung
  2. KI-Zusammenfassung
  3. Extrahierte Action Items

Prüfe das Transkript auf Richtigkeit, bevor es in die Akte übernommen wird.

Schritt 4: In Kanzleisystem übertragen

Relevante Inhalte können ins Dokumentenmanagement-System (DMS) exportiert werden.

Zeitersparnis konkret

Manuell:

  1. Während des Gesprächs: Notizen machen
  2. Nach dem Gespräch: 30–60 Minuten für Reinschrift

Mit KI-Transkription:

  1. Während des Gesprächs: volle Konzentration auf Mandanten
  2. Nach dem Gespräch: 5–10 Minuten Review

Ersparnis: 30–50 Minuten pro Gespräch – bei mehreren Gesprächen pro Tag summiert sich das erheblich.

Anwendungsfälle in der Kanzlei

  1. Mandantengespräche: Erstgespräche, Telefonkonferenzen, Besprechungen
  2. Verhandlungen: Präzise Dokumentation, wer was gesagt oder vereinbart hat
  3. Interne Besprechungen: Team-Meetings, Fallbesprechungen
  4. Zeugenbefragungen: Wörtliche Dokumentation wichtig
  5. Weiterbildung: CLEs, Webinare, Vorträge für Nachlesen transkribieren

Best Practices für Kanzleien

  1. Einwilligungen dokumentieren
  2. Aufbewahrungsfristen definieren
  3. Mitarbeiter schulen
  4. Transkripte prüfen, bevor sie geteilt werden

Fazit: KI-Transkription ist für Anwälte möglich

Mit den richtigen Vorkehrungen:

  1. Einwilligung aller Beteiligten
  2. Schweizer Hosting statt US-Cloud
  3. Klare interne Prozesse
  4. On-Premise-Lösungen bei höchsten Anforderungen

Das Mandantengeheimnis bleibt gewahrt, Datenschutz ist erfüllt, und du sparst wertvolle Zeit.

Häufige Fragen

Darf ich Mandantengespräche aufnehmen?

Ja – mit Einwilligung des Mandanten.

Was ist mit Gesprächen mit der Gegenseite?

Auch hier: Zustimmung erforderlich, vor Aufnahme informieren.

Ist Schweizer Hosting wirklich sicher genug?

Für die meisten Kanzleien ja. Für höchste Anforderungen gibt es On-Premise-Lösungen.

Was kostet Meeting Metrics für Kanzleien?

Enterprise Lösung ab CHF 200/Monat, On-Premise auf Anfrage.


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